Von den Nationalparks in Europa, über die Regenwälder Südostasiens bis hin zu den Steppen Afrikas leisten sie einen unermüdlichen Einsatz für den Schutz der Natur. Sie setzen sich für Umweltbildung ein und verhindern Wilderei. Häufig ist ihre Arbeit mehr Berufung als Job, nicht selten geraten sie in gefährliche Situationen. Am heutigen Welt-Ranger-Tag wird die Aufmerksamkeit einmal auf die wichtige Naturschutzarbeit von Wildhütern auf der ganzen Welt gerichtet.

Gemeinsamer Einsatz für den Schutz von Elefanten, Löwen und Spitzmaulnashörner

Besonders eindrucksvolle Erfolgsnachrichten erreichen uns jetzt aus Namibia, wo der Einsatz von Wildhütern eine zentrale Rolle für den Schutz vieler legendärer Tierarten im Süden Afrikas spielt. Bis 2017 hat sich dort die Zahl der Elefanten mehr als verdreifacht. 150 Löwen streifen wieder durch die Wüsten Nordwest-Namibias. Mitte der 90er Jahre war ihre Zahl auf nur noch 25 Exemplare zurückgegangen. Sogar der Bestand der Spitzmaulnashörner, die einst kurz vor dem Aussterben standen, hat sich erholt. Besonders in den 70er und 80er Jahren führte massive Wilderei zu einem katastrophalen Rückgang der Wildtierbestände. Jetzt gab es seit 18 Monaten keinen einzigen Fall von Wilderei mehr in Nordwest-Namibia.


Namibia gehört damit zu den beeindruckendsten Beispielen für einen erfolgreichen Schutz von Wildtieren. Der Schlüssel zu diesem Erfolg liegt in der engen Zusammenarbeit von Naturschutzinitiativen und der Regierung mit den Menschen in den Gemeinden. Namibia ist wahrscheinlich das einzige Land der Welt, wo die Gemeinden das gesetzliche Recht haben, natürliche Ressourcen nachhaltig zu nutzen und zugleich die Pflicht, die Natur zu bewahren.

Die Natur wird hier als eine Ressource von ökonomischem Wert betrachtet, die den Gemeinden nützt, solange sie intakt ist. Dies ist ein wichtiger Anreiz für die Menschen, ihre Umwelt zu schützen.

Wildhüter als Experten ihrer Naturregion

Ranger bei der Arbeit © Ami Vitale / WWF-UK
Ranger bei der Arbeit © Ami Vitale / WWF-UK

Die Wildhüter werden von ihren Gemeinden ausgewählt und verfügen über umfangreiche Kenntnisse der lokalen Umwelt. Sie berichten von Sichtungen seltener Arten, alarmieren Landwirte über die Bewegungen von Elefanten und Raubtieren und sie intervenieren, um Konflikte mit Wildtieren zu vermeiden und Wilderei zu verhindern.

Der WWF unterstützt die namibischen Partner beim Aufbau der Schutzgebiete und vermittelt Wissen und Kompetenzen für deren Verwaltung. Von der engen, gemeinschaftlichen Zusammenarbeit der verschiedenen Partner aus Naturschutz, Regierung und den Menschen in den Gemeinden profitiert am Ende die bedrohte Tierwelt Namibias. Neben Elefanten, Löwen und Spitzmaulnashörnern streifen auch Leoparden, Geparden, Giraffen und Zebras durch die faszinierende Landschaft mit ihren endlosen Savannen, den von rotem Fels geprägten Bergen aber auch fruchtbaren Küstenregionen und üppigen Überschwemmungsgebieten.

Ohne die Wildhüter in Namibia und überall auf der Welt, wären Tierarten wie das Spitzmaulnashorn vielleicht schon ausgestorben. Daran erinnert jährlich am 31. Juli der Welt-Ranger-Tag.

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