Wilderei, Lebensraumverlust und Konflikte zwischen Mensch und Tier – Probleme, die in Simbabwe und in anderen Regionen, die zum WWF-Projektgebiet Kawango-Zambesi (kurz: KAZA) gehören, allgegenwärtig sind. Es ist vor allem der unermüdliche Einsatz von Rangern und Wildhütern, die dazu beitragen, dass dieses Naturwunder erhalten bleibt und Lösungen für das Zusammenleben gefunden werden. Die Gemeindewildhüter Ruth Tshuma und Speed Mnkuli berichten, wie ihre Arbeit in Simbabwe ihr Leben und ihr Verhältnis zur Natur verändert hat.

Simbabwe ist reich an natürlichen Ressourcen. Das Land im Südosten Afrikas ist berühmt für seine Landschaft, die zahlreichen Schutzgebiete und seinen Artenreichtum. Ein Paradies, das Touristen anlockt – wichtige Einkommensquelle im Land. Das Paradies zu schützen, ist nicht nur die Aufgabe von Rangern, sondern auch von Gemeinde-Wildhütern. Das sind ganz normale Gemeindemitglieder, die eine Ausbildung erhalten und dann in Simbabwe „Resource Monitors“ - Ressourcen-Überwacher - genannt werden. Sie arbeiten in den Schutzgebieten, wo sie gemeinsam mit Nationalpark-Rangern auf Patrouille gehen, und außerhalb in den Gemeinden mit der lokalen Bevölkerung. Artenschutz ist nur möglich, wenn die lokale Bevölkerung einbezogen wird. Das berichten auch Ruth und Speed.

Ruth Tshuma: Eine neue Perspektive

Wildhüterin Ruth bekommt eine Urkunde für ihre Verdienste © WWF Simbabwe
Wildhüterin Ruth bekommt eine Urkunde für ihre Verdienste © WWF Simbabwe

„Ich arbeite erst seit Februar 2019 als Ressource Monitor. Diese Arbeit hat mir neue Perspektiven gegenüber den Menschen in meinem Dorf und in Bezug auf die natürlichen Ressourcen eröffnet“, erzählt Ruth.

„Lange machten wir uns keine Sorgen um unsere Umwelt. Wir waren uns nicht bewusst, wie wichtig es ist, die natürlichen Ressourcen zu erhalten. Wir dachten, dass uns Arten-, Natur- und Umweltschutz nichts angehen“, so Ruth.

„Im Juni 2019 trafen sich Gemeindewildhüter aus Simbabwe, Namibia und Sambia zum ersten Mal in der Region des Liambezi-Sees zu einem grenzübergreifenden Austausch und gemeinsamen Training. Es war mein erster Workshop für die Ausbildung als Gemeinde-Wildhüterin. Hier traf ich Kollegen aus anderen Ländern und tauschte wertvolle Ideen mit ihnen aus. Der Workshop bot uns die Gelegenheit, uns über unsere Erfahrungen im Gemeinde-basierten Artenschutz und zur Bekämpfung der Wilderei und des Artenschmuggels auszutauschen“, berichtet Ruth.

„Die Ausbildung am Mushandike College und im Chizarira-Nationalpark hat meine Leidenschaft für gutes Management und die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen geweckt. Jetzt möchte ich meine Arbeit auf einer höheren Ebene fortsetzen, mit mehr Fähigkeiten und mehr Fachwissen. Ich würde gern ein nationales Diplom in Wildtiermanagement machen. Zurzeit fehlen mir dafür leider die finanziellen Mittel.“

Speed Mnkuli: Konflikte verhindern

Wildhüter Speed aus KAZA bei einer Diskussion nach einer erfolgreichen Patrouille © WWF Simbabwe
Wildhüter Speed aus KAZA bei einer Diskussion nach einer erfolgreichen Patrouille © WWF Simbabwe

„Im Februar 2019 wurde ich als Resource Monitor angeworben. Diese Arbeit hat mein Leben verändert! Ich arbeite innerhalb und manchmal auch außerhalb des Nationalparks und schütze meine Natur“, erzählt Speed.

„Ich arbeite mit den Gemeinden zusammen und bringe ihnen bei, welche Bedeutung unsere natürlichen Ressourcen haben und wie sie sie erhalten können, zum Beispiel den Boden und auch die Wildtiere. Wir müssen mit den Tieren zusammenleben“, so Speed. Das Zusammenleben birgt natürlich Konflikte, wenn Wildtiere auf die Felder der Gemeinden gelangen.

„Ich weiß jetzt, wie man den Tieren den Zugang zu den Feldern versperrt. Zuerst werden Zäune aus Stangen errichtet, der die Elefanten daran hindert, das Feld zu betreten. Der zweite Schritt ist eine Warnlinie mit Reflektoren. Sie besteht aus Flaschen mit Papieren im Inneren. Zusammen mit Glöckchen werden die Flaschen an eine Schnur gebunden und zwischen zwei Stangen aufgespannt. Die Elefanten erschrecken sich, wenn sie die Schnur berühren. Eine weitere Möglichkeit sind so genannte Chili-Bomben. Als letztes gibt es noch die Möglichkeit, einen Warnschuss mit einer Pistole abzufeuern, um die Wildtiere zu verjagen“, erklärt Speed.

Meine Ausbildung habe ich dem WWF zu verdanken, der mit dem örtlichen Gemeinderat zusammenarbeitet. Wir unternehmen regelmäßige Touren in verschiedene Gebiete. Im vergangenen Jahr ging es für mich zum Beispiel nach Namibia. Während dieser Touren lerne ich viel – unter anderem auch über die Landwirtschaft, als ich während meiner Arbeit mit Bauern zusammentraf.“

Dieses Projekt wird von der EU gefördert © EU
Dieses Projekt wird von der EU gefördert © EU

Meine Ausbildung habe ich dem WWF zu verdanken, der mit dem örtlichen Gemeinderat zusammenarbeitet. Wir unternehmen regelmäßige Touren in verschiedene Gebiete. Im vergangenen Jahr ging es für mich zum Beispiel nach Namibia. Während dieser Touren lerne ich viel – unter anderem auch über die Landwirtschaft, als ich während meiner Arbeit mit Bauern zusammentraf.“

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