Gorillas gibt es nur in Afrika. Unterschieden werden zwei Gorillaarten, den Westlichen und den Östlichen Gorilla. Die Verbreitungsgebiete der beiden Gorilla-Arten liegen rund 900 Kilometer weit auseinander. Bei beiden Arten werden jeweils zwei Unterarten unterschieden. Für den Westlichen Gorilla sind das der Westliche Flachland-Gorilla und der Cross River-Gorilla. Vom Östlichen Gorilla wiederum gibt es die Unterarten Grauer-Gorilla (oder Östlicher Flachland-Gorilla) und Berg-Gorilla. Vom Berg-Gorilla gibt es gute Nachrichten: es ist die einzige Gorilla-Art, deren Anzahl sich in den letzten Jahren zwar geringfügig, aber immerhin vermehrt hat – intensiver Schutzbemühungen und Anti-Wilderei-Arbeit sei Dank.
Der Cross-River-Gorilla
Cross-River-Gorillas heißen nicht so, weil sie Flüsse überqueren. Sondern weil sie ausschließlich entlang des Cross-Rivers in der Grenzregion zwischen Nigeria und Kamerun leben.
Über ihre Lebensweise ist sonst sehr wenig bekannt. Ihre Gesamtpopulation wird auf nur 250 bis 300 Tiere geschätzt.
Gorillas bewahren die Artenvielfalt
Gorillas sind die größten Menschenaffen, die heute auf der Erde leben. Männchen werden bis zu zwei Meter groß und bringen oft mehr als 200 Kilogramm auf die Waage. Gorillas sind intelligente, soziale Tiere. Westliche Flachlandgorillas leben in Familienverbänden, die aus mehreren Weibchen mit vier bis fünf Jungtieren und einem dominanten Männchen, dem Silberrücken, bestehen. Bei Berggorillas gibt es auch größere Verbände mit mehreren Männchen.
Gorillas fressen hauptsächlich von kalorienarme vegetarische Kost, aber auch von Termiten stehen auf ihrem Speiseplan. Gorillas verbringen deshalb einen Großteil des Tages mit Fressen. Dabei halten sie sich meist am Boden auf.
Als „Samentaxi“ spielen Gorillas eine wichtige Rolle im Ökosystem. Denn die Aussaat einiger Pflanzen ist von der Ausbreitung durch Gorillas abhängig. So tragen Gorillas als „Gärtner des Regenwaldes“ dazu bei, die Artenvielfalt zu bewahren und Waldstücke zu regenerieren.
- Neun spannende Fakten über Gorillas
1. Nasenabdruck als Fingerabdruck
Tiger haben individuelle Streifen, nach denen Naturschützer sie unterscheiden können, Leoparden Punkte. Bei Gorillas sind es die Nasen. Wissenschaftler:innen identifizieren Individuen anhand der Formen und Falten ihrer Riecher. Jeder Gorilla hat außerdem einen unverwechselbaren Fingerabdruck.
2. Gorillas können nicht schwimmen
Auch wenn sie nicht schwimmen können: Wasserscheu sind Gorillas generell nicht. Gorillas wurden schon beim Baden im Meer beobachtet. Sie suchen auch in Sümpfen nach Fressen. Aber: Gorillas durchqueren keine Flüsse, in denen sie nicht stehen können.
3. Keine Nachteulen
Gorillas sind keine Nachteulen. Zwischen 6 und 18 Uhr gehen sie ihren Geschäften nach. Irgendwann zwischen 10 und 14 Uhr gibt es eine ausgedehnte Siesta. Gorillas bauen sich zum Schlafen Nester aus Ästen und Blättern. Das dauert nicht länger als fünf Minuten. Dafür ist es dann auch nicht besonders nachhaltig: Meistens wird ein Nest nur für eine Nacht verwendet.
4. Klettern wie ein Gorilla?
Ein durchschnittlicher männlicher Gorilla kann bis zu 230 Kilo schwer und 170 Zentimeter groß werden. Nicht viele Äste tragen ein solches Gewicht und die meisten Gorillas leben am Boden. Vor allem erwachsene Berggorillas beobachtet man selten auf Bäumen. Das liegt daran, dass es in ihrem Lebensraum nicht viele Fruchtbäume gibt und die meisten Bäume auch für den Nestbau nicht geeignet sind. Flachlandgorillas hingegen findet man auch auf Bäumen, da der Anteil von Früchten in ihrer Nahrung größer ist. Einen Schwanz als Kletterhilfe haben Gorillas aber nicht.
5. Keine Gewalt (meistens)
Gorillas jagen uns gehörigen Respekt ein, allein schon durch ihre Statur. Doch sie sind meist sehr friedlich. Sie reagieren gegenüber Menschen nur aggressiv, wenn sie überrascht oder bedroht werden. Dann ist allerdings Nervenstärke gefragt: Silberrücken drohen mit Zähnefletschen, starrem Blick, lauten Schreien und dem berühmten Trommeln auf der Brust. Auch das Herumschleudern von Zweigen gehört zum Repertoire. Noch eindringlicher sind Scheinangriffe: Gorillas können laut brüllend auf den Eindringling zulaufen und bleiben erst kurz vor ihm stehen, manchmal erst in einer Entfernung von einem Meter. Weglaufen provoziert die erregten Tiere aber eher. Dann können Gorillas die Verfolgung aufnehmen und auch zubeißen. Besser ist es, stehen zu bleiben oder sich mit dem Blick abgewandt auf den Boden zu kauern. Damit signalisiert man Unterwürfigkeit. Im Normalfall lässt sich der Silberrücken so wieder besänftigen.
Gorilla-Gruppen gehen sich eher aus dem Weg. Wenn sie sich doch treffen, kann es zum zeitweiligen Zusammenschluss kommen. Gibt es einmal Streit zwischen Gruppen endet das meist mit viel Gebrüll. Handgreiflichkeiten vermeiden Gorillas allerdings meistens. Es gibt aber Führungskämpfe, die tödlich enden können.
6. Wir teilen unsere DNA, aber nicht das Immunsystem
Gorillas gehören zu den Menschenaffen. Mit Gorillas teilen wir 98 Prozent unseres Erbgutes. Aus diesem Grund können sie auch an menschlichen Krankheiten erkranken. Da ihr Immunsystem aber nicht an unsere Krankheitserreger gewöhnt ist, kann selbst eine Erkältung ihnen potenziell schwer schaden. Natürlich können anders herum auch Krankheiten von Gorillas auf Menschen überspringen. Zum Schutz der Gorillas und zu unserem eigenen wird bei Gorilla-Beobachtungen penibel auf Abstand und Mundschutz geachtet. Und das schon lange vor Corona.
7. Freund:innen sind wichtig – aber nicht zu viele
Freund:innen sind gut und wichtig. Doch wir können nicht immer mehr und mehr davon haben. Das ist bei Menschen und Gorillas ähnlich.
Eine Studie über Berggorillas in Ruanda zeigt, dass in einer Gruppe von zwölf bis 20 Individuen hinaus das soziale Leben nicht komplexer wird, egale wie viele Tiere darin leben.
Ähnlich wie beim Menschen deutet viel darauf hin, dass Gorillas eine endliche Anzahl enger Freunde haben, mit denen sie zurechtkommen — und nur schwache Bindungen mit dem Rest unterhalten. Einige Gorillas können allerdings besser sozialisieren als andere. Es ist halt nicht jeder Gorilla wie der andere.
8. Gorillas sind gute Väter
Die meisten Gorillas leben in Familien mit einem dominanten Männchen und mehreren Weibchen. Sowohl die Männchen als auch die Weibchen in der Gruppe kümmern sich um ihre Kleinkinder, umarmen sie und spielen mit ihnen. Irgendwann heißt es aber Abschied nehmen. Die meisten Männchen und ein Teil der Weibchen verlassen ihre Geburtsgruppe. Im Falle der Weibchen, um sich einer anderen Familie anzuschließen. Im Falle der Männchen, um eine eigene Familie zu gründen. Das hilft, Inzucht zu vermeiden.
9. Silberrücken sind nicht alle Chefs
Männchen zwischen acht und zwölf Jahren werden als „Blackbacks” bezeichnet. Ab zwölf Jahren wachsen den Männchen dann silberne Haare über Rücken und Hüften, was ihnen den Namen „Silberrücken” einbringt.
Dominante Silberrücken sind die Anführer ihrer Gruppe. Sie tragen Verantwortung für den Zusammenhalt, die Sicherheit und das Wohlergehen. Sie schlichten Konflikte und entscheiden zum Beispiel über die Wanderungen der Gruppen. Bedrohungen wie durch menschliche Wilderer (!) stellen sie sich entgegen.In einer Gruppe kann es auch nicht dominante Silberrücken geben. Diese versuchen, dem Boss die Führung streitig zu machen, wenn sie die Zeit dafür gekommen sehen.
Ihr Lebensraum verschwindet rasant
Hauptbedrohungsfaktoren der Gorillas sind Wilderei und die Zerstörung ihres Lebensraumes, beispielsweise durch Rodungen, Straßenbau, Bergbau und andere Infrastrukturprojekte. Sollte sich das nicht ändern, werden nach Schätzungen des WWF bis zum Jahr 2030 mehr als 90 Prozent des heute noch vorhandenen Gorilla-Lebensraums zerstört sein.
Zusätzlich vergrößert die Nähe zum Menschen die Gefahr, dass zoonotische Krankheitserreger wie Masern oder Tuberkulose vom Mensch auf die Tiere überspringen. Um die Gorillas zu schützen, müssen illegale Aktivitäten gestoppt und die Übertragung von Krankheiten zwischen Wildtieren und Menschen muss verhindern werden.
Daher baut der WWF mit lokalen Partnern alternative Einkommensquellen rund um die Schutzgebiete auf, betreibt Forschung zum gefährdeten Flachlandgorilla und in einigen Schutzgebieten sogar ein Gesundheitsmonitoring von Wildtieren und Menschen.
Je besser wir die Tiere kennen, desto besser können wir uns für ihr Überleben einsetzen.
Download
- Hinweise zum Datenschutz bei Newsletter-Anmeldung (Hier klicken)
Nach dem Absenden der Daten senden wir Ihnen eine E-Mail, in der Sie die Anmeldung bestätigen müssen.
Ihre Einwilligung können Sie jederzeit ohne Angabe von Gründen widerrufen. Einen formlosen Widerruf können Sie entweder über den Abmeldelink in jedem Newsletter oder durch eine E-Mail an info(at)wwf.de oder schriftlich an WWF Deutschland Reinhardstr. 18, 10117 Berlin richten. In diesem Falle wird der WWF die Sie betreffenden personenbezogenen Daten künftig nicht mehr für die Zwecke des Versands des Newsletters verarbeiten.
Wir wollen Ihnen nur Interessantes und Spannendes schicken und arbeiten ständig an der Weiterentwicklung unseres Newsletter-Angebots. Dafür möchten wir nachvollziehen, worauf Sie im Newsletter klicken und wie Sie sich auf unserer Website bewegen. Die gesammelten Daten dienen dazu, personenbezogene Nutzerprofile zu erstellen. Auf diese Weise versuchen wir, den Newsletter-Service für Sie stetig zu verbessern und noch individueller über unsere Naturschutzprojekte, Erfolge und Aktionen zu informieren. Hierbei verwenden wir verschiedene Analysetools, Cookies und Pixel, um Ihre personenbezogenen Daten zu erheben und Ihre Interessen genauer verstehen zu können. Soweit Sie sich damit einverstanden erklären zugeschnittene und personalisierte Inhalte per E-Mail zu erhalten, wird der WWF Deutschland folgende Kategorien personenbezogener Daten über Sie verarbeiten: Stammdaten, Kontakt-/Adressdaten, Verhaltensinformationen (Klicks und Öffnungen von E-Mails sowie ggf. Spendenverhalten). Wir bewahren Ihre personenbezogenen Daten so lange auf, bis Sie die Einwilligung widerrufen. In den beschriebenen Prozess werden technische Dienstleister und E-Mail Versanddienstleister involviert, mit denen ein datenschutzrechtlicher Vertrag zur Auftragsverarbeitung besteht.
Weitere Einzelheiten zur Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten finden Sie auf unserer Datenschutzerklärung.