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Der Tiger - die größte Raubkatze der Erde

Der Tiger (Panthera tigris) besiedelte einst fast ganz Asien. Circa 100.000 Tiger streiften Anfang des 19. Jahrhunderts noch durch die Wildnis Asiens. Doch ihre Zahl sank schnell und dramatisch. 2009 konnten nur noch 3.200 der majestätischen Großkatzen weltweit gezählt werden. Die Wende brachte erst der Tigergipfel im russischen St. Petersburg im November 2010. Damals verpflichteten sich alle Regierungsvertreter der dreizehn Tigerstaaten, die Zahl der freilebenden Tiger bis 2022 zu verdoppeln. „Tx2“ - Tiger mal zwei - war beschlossen.

Tiger © Martin Harvey / WWF
Tiger © Martin Harvey / WWF

Seitdem steigen die Zahlen der freilebenden Tiger zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder an. Aber leider nicht in allen Ländern. Dass heute wieder etwa 3.890 Tiger in freier Wildbahn leben, ist insbesondere dem erfolgreichen Tigerschutz in Nepal, Indien und Russland zu verdanken. 

Erfolg in Nepal: Tiger fast verdoppelt

Den größten Erfolg konnte 2018 Nepal vermelden: Die Zahl der gestreiften Großkatzen verdoppelte sich hier nahezu - von 121 im Jahr 2009 auf aktuell 235 Tiger. Das kleine Land im Himalaya nimmt damit neben Indien eine absolute Vorreiterrolle beim Tigerschutz ein und wird wohl noch vor 2022 seine Tigerzahl verdoppeln können. 

Indien: Schlüsselland für das Überleben der Großkatzen

Indien ist der Tigerstaat mit den meisten gestreiften Großkatzen. Hier wurden 2015 noch 2.226 Tiere gezählt. Die letzte Zählung 2018 ergab 2.967 Tiger – ein großartiger Erfolg, der zeigt, dass eine Erholung der Tigerbestände selbst in einem der am dichtesten besiedelten Länder möglich ist. 

aus Nepal, INdien und Russlanden.

Erholung der Amur-Tigerbestände in Russland

Im Amur-Becken im Fernen Osten Russlands war die Art in den 1940er Jahren nahezu ausgestorben. Etwa 100 Amur-Tiger vermutete man damals in den dichten temperierten Mischwäldern in der Grenzregion von Korea, China und dem russischen fernen Osten.  Das Schicksal dieses größten aller Tiger schien besiegelt. Doch dank intensiver Schutzmaßnahmen leben heute wieder mindestens 580 Amur-Tiger im russischen Teil des Verbreitungsgebietes und vermutlich 10 Tiger im Nordosten Chinas. 

Tiger Infografik © WWF
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Verbreitung der Tiger © WWF
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Jedes Tier zählt!

Diese Zahlen machen Hoffnung, zumal in allen drei Ländern die Tendenz weiterhin steigend ist. Bei einer so extrem bedrohten Art wie dem Tiger, zählt jedes einzelne Tier. Und auch in Bangladesch und Bhutan haben sich die Zahlen langsam wieder erhöht.

Weit abgeschlagen beim Tigerschutz sind jedoch die Tigerländer in Südostasien: Während in Laos, Kambodscha und Vietnam die Großkatzen als biologisch ausgestorben gelten, werden die Zahlen auch in Ländern wie Malaysia und Thailand kontinuierlich nach unten korrigiert. So gehen Schätzungen davon aus, dass in den letzten Wäldern Malaysias heute nur noch etwa 200 Tiger in freier Wildbahn vorkommen. In Thailands Wäldern sollen es nicht mehr als 200 Tiere mehr sein. Einzig erfreuliche Botschaft wurde Anfang des Jahres aus Myanmar vermeldet: dort konnten in einem Gebiet noch 22 Tiger nachgewiesen werden – darunter drei Tigerjunge, was dafür spricht, dass es sich um eine fortpflanzungsfähige Population handelt. Aber man muss kein Tigerexperte sein, um zu wissen, dass das insgesamt nicht ganz ausreichen wird. Und für den Sumatra-Tiger auf der gleichnamigen Insel in Indonesien fehlen weiterhin verlässliche, wissenschaftliche Daten, um überhaupt eine fundierte Aussage über den Zustand der geschätzten knapp 400 Tiere treffen zu können.

Das Rezept für erfolgreichen Tigerschutz besteht laut WWF-Tigerexpertin Kathrin Samson aus drei Zutaten:

 

  • verbindlichen, politischen Willen, um die letzten Refugien der Großkatzen und vieler anderer Arten effizient zu schützen und Wilderei und illegalem Artenhandel den Kampf anzusagen
  • die Bereitstellung finanzieller Mittel, um dieser Verantwortung nachzukommen und
  • eine enge, gut koordinierte Zusammenarbeit von Umweltschutzorganisationen, Politik, Wissenschaft und vor allem der lokalen Bevölkerung.

 „Der Anstieg der Tigerzahlen in Nepal, Indien und Russland zeigt eindrücklich, dass diese drei Zutaten für ein erfolgreiches und nachhaltiges Ergebnis sorgen. In den Tigerländern Südostasiens mangelt es hingegen genau an dieser Schwerpunktsetzung“, so Kathrin Samson

Bis zur Verdopplung der Tigerzahlen ist also noch ein weiter Weg zu gehen. Doch selbst wenn bis zum Jahr des Tigers 2022 das globale Tx2 Ziel erreicht wurde und tatsächlich wieder 6.400 Tiger durch die Wälder Asiens streifen sollten, wird der Kampf um das Überleben dieser majestätischen Großkatzen weitergehen müssen. Und nicht nur in Asien, sondern weltweit.

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