Das Amazonasbecken bedeckt mit seinem Regenwald eine Entfernung so weit wie von Berlin bis Bagdad. Hier befindet sich der größte verbliebene Regenwaldblock der Erde. Es erstreckt sich über neun Staaten Südamerikas. Den größten Anteil hat Brasilien mit einer Landfläche größer als Westeuropa.

Viele bezeichnen die Amazonas-Regenwälder mit ihrer überwältigenden Artenvielfalt zu Recht als die Kronjuwelen der Weltnatur. So konnten hier bisher zum Beispiel über 40.000 Pflanzenarten, 427 Säugetierarten (darunter Jaguar, Ozelot, Riesenotter und Flussdelfin), 1.294 Vogelarten (darunter Kaiseradler, Tukane, Aras und Kolibris) sowie über 3.000 verschiedene Fischarten identifiziert werden. Dabei sind viele Gebiete im Regenwald von Amazonien noch nahezu unerforscht.

Brauner Wollaffe im Amazonas © Edward Parker / WWF
Brauner Wollaffe im Amazonas © Edward Parker / WWF

Amazonien ist zugleich ein Lebensraum für Menschen: Rund 320 unterschiedliche indigene Bevölkerungsgruppen leben hier, häufig noch auf sehr traditionelle Art und Weise. Doch ihrer aller Existenz ist bedroht: In den letzten Jahrzehnten sind in Brasilien bereits ca. 20 Prozent der Regenwaldflächen für immer vernichtet worden. Und Abholzung, Brandrodung und andere schwerwiegende Eingriffe schreiten weiter rasant voran.

Der Amazonas-Regenwald stirbt. Das ist keine neue Nachricht, doch leider ist sie immer noch brandaktuell. Über die anhaltende Bedrohung für das 6,7 Millionen Quadratkilometer große Amazonasbecken kann auch die sinkende Entwaldungsrate in Brasilien nicht hinwegtäuschen. Im Schnitt wurden alleine in Brasilien in den vergangenen zehn Jahren (2005 - 2014) pro Minute ca. zwei Fußballfelder Regenwaldfläche vernichtet.

Jede Minute wird ein Stück Regenwald in der Größe eines Fußballfeldes vernichtet. Unsere Naturschützer:innen versuchen jeden Tag aufs Neue den Regenwald und damit seinen Artenreichtum zu schützen. Dazu brauchen wir aber Ihre Hilfe!

Warum spenden gut ist

Schlüsselrolle für das Weltklima

Der Juruena in Brasilien © WWF-Brazil / Adriano Gambarini
Der Juruena in Brasilien © WWF-Brazil / Adriano Gambarini

Mit der Erforschung der Amazonas-Regenwälder ist auch das Verständnis um ihre weltweite Bedeutung gestiegen. Die Regenwälder binden zwölf Prozent des Süßwassers auf der Erde und bieten zehn Prozent aller auf der Welt lebenden Arten eine Heimat – eine Artenvielfalt, die den Menschen immer mehr als Quelle medizinischer Wirkstoffe und technischer Entwicklung (Bionik) dient.

Darüber hinaus vermuten internationale Experten, dass Amazonien eine Schlüsselrolle für das Weltklima einnimmt: Allein durch seinen immensen Wasserhaushalt hat das größte Regenwaldgebiet der Welt einen enormen Einfluss auf die Erdatmosphäre. Dessen natürliche Vegetation und ihr Wolkendach schützen vor einer stärkeren Aufheizung unseres Planeten. Die Zerstörung der Regenwälder mindert nicht nur diesen Kühleffekt, sondern setzt auch in der Biomasse gebundene Treibhausgase frei, die noch zusätzlich zur Erwärmung der Atmosphäre beitragen. Die Menge an Kohlendioxid, die in den Bäumen und dem Boden Amazoniens gebunden ist, entspricht 10 Jahre globaler menschlicher Treibhausgasemission.

Der Schutz Amazoniens wird daher immer wichtiger – nicht nur für die Menschen vor Ort, die Artenwelt der Pflanzen und Tiere, sondern auch für uns Menschen weltweit. Seit 1971 arbeitet der WWF bereits auf den unterschiedlichsten Ebenen zum Schutz der Amazonas-Regenwälder. Auf Initiative der Partnerschaft des WWF mit der KfW Entwicklungsbank (KfW), dem Umweltfonds (GEF) und der Weltbank mit der Brasilianischen Regierung wurde 1998 das mit Abstand größte und umfassendste Tropenwaldschutzvorhaben gegründet: das Amazon Region Protected Area Programme (ARPA). Hauptziel: Bis 2016 sollen 60 Millionen Hektar brasilia­nischen Amazonas-Regenwaldes durch ein umfassendes Schutzgebietsnetzwerk gesichert werden – eine Fläche so groß wie Deutschland und England.

Für eines der ARPA-Schutzgebietslandschaften hat der WWF Deutschland die Verantwortung übernommen: Seit Juni 2006 unterstützt er die Schutzgebietsbehörden im Süden des Amazonasregenwaldes mitten in der Entwaldungsfront. Und seit 2013 hilft der WWF, das Mosaico da Amazonia Meridional, ein sieben Millionen Hektar großes Mosaik an Schutzgebieten, zu erhalten. Auch der 1,9 Millionen Hektar große Juruena Nationalpark gehört zu diesem Schutzgebiets-Mosaik.

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