WWF Artenlexikon

Nashornvögel (Familie Bucerotidae)

Lebensraum tropische und subtropische Wälder wie auch Steppengebiete und Savannenlandschaften
Geografische Verbreitung Afrika südlich der Sahara, Südwestarabien, Südasien bis zu den Philippinen und den Salomonen
Gefährdungsstatus IUCN: "vom Aussterben bedroht" (zwei Arten), "stark gefährdet" (zwei Arten), "gefährdet" (fünf Arten), bei 46 Arten ist eine "Gefährdung anzunehmen", CITES: Anhang I (vier Arten), Anhang II (7 Gattungen, alle Arten außer Anhang I gelistete)
Bestandsgröße Gesamtbestand aller Nashornvogelarten ist nicht bekannt
Malaien-Hornvogel. © Jimmy Syahirsyah / WWF-Indonesia
Malaien-Hornvogel. © Jimmy Syahirsyah / WWF-Indonesia

Zum Brüten "eingemauert"

Die Familie der Nashornvögel, auch einfach Hornvögel genannt, gehören mit den Eisvögeln, den Bienenfressern und dem Wiedehopf zu den Rackenvögeln. Etwa 55 Arten sind bekannt. Allen gemeinsam ist ein langer, dicker und mehr oder weniger gebogener Schnabel mit seinen sonderbaren Auswüchsen, den „Hörnern“ - ein unverwechselbares Merkmal für alle Hornvögel. Die kleinsten unter ihnen werden von der Schwanz- bis zur Schnabelspitze gerade mal knapp über 30 Zentimeter lang,. In Asien leben die größten Hornvögel. Sie erreichen Gesamtlängen über 1,5 Meter und beeindruckende Flügelspannweiten.

Nashornvögel sind in den Tropen Asiens und Afrikas weit verbreitet. Alle Arten leben paarweise, sind aber auch recht häufig in Gruppen anzutreffen. Den größten Teil ihres Lebens verbringen sie auf Bäumen, am Boden bewegen sich die meisten Arten eher ungeschickt. Ihre Nahrung besteht aus Früchten, Körnern und Insekten. Manchmal fressen sie auch Aas. Das Brutverhalten der Nashornvögel ist einmalig in der Vogelwelt: Sie nisten in Baumhöhlen, in die das brütende Weibchen vom Männchen bis auf ein kleines Verbindungsloch vollständig „eingemauert“ wird. Dieses Einmauern ist ein wirksamer Schutz gegen Nesträuber wie Affen und Schlangen. Durch das Loch bekommt das Weibchen dann vom Männchen die Nahrung gereicht. Auch die Jungen werden nach dem Ausschlüpfen so versorgt. Bis sie flugfähig sind, bleibt das Weibchen mit ihnen in der Bruthöhle und verliert während dessen fast sämtliche Federn.

Nashornvögel haben in ihrer natürlichen Umgebung kaum Feinde, denn ihr starker Schnabel wird auch von größeren Raubvögeln gefürchtet. Bedroht sind diese bizarr aussehenden Vögel heute vor allem durch den Verlust ihres natürlichen Lebensraumes. In der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN werden 55 Arten der Nashornvogelfamilie als „vom Aussterben bedroht“ bis „Gefährdung anzunehmen“ gelistet.

Der WWF setzt sich seit vielen Jahren in mehreren Verbreitungsstaaten der Nashornvögel dafür ein, dass das Abholzen der Wälder gestoppt wird. Seit 2004 verstärken wir dieses Engagement besonders auf Borneo.

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