WWF Artenlexikon

Scholle (Pleuronectes platessus)

Lebensraum Schollen bevorzugen kühles, salzreiches Wasser. Vorwiegend in Wassertiefen bis 200 Metern
Geografische Verbreitung im Nordostatlantik vom Weißen Meer bis Gibraltar, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer, Hauptverbreitungsgebiet: Nordsee und westliche Ostsee bis zur Linie Gotland-Danzig
Gefährdungsstatus IUCN: kein Eintrag in der Roten Liste
Bestandsgröße seit Anfang der 1990er Jahre nur noch etwa halb so viele fortpflanzungsfähige Tiere, Trend: abnehmend
Scholle. © Wild Wonders of Europe / Magnus Lundgren /WWF
Scholle. © Wild Wonders of Europe / Magnus Lundgren /WWF

Bis zum letzten Plattfisch

Die Schollen gehören zur Familie der Plattfische (Pleuronectidae). Sie heißen auch „Goldbutt“ wegen der zahlreichen hell- bis dunkelroten Flecken auf ihrer Oberseite. Diese können sie dem jeweiligen Untergrund, wo sie liegen, farblich anpassen. Auf der Oberseite befinden sich auch beide Augen. Ihre Unterseite, die so genannte Blindseite, ist weiß mit nur gelegentlichen dunklen Flecken.

Früher wurden Schollen bis einen Meter groß und sieben Kilogramm schwer, heute erreichen sie höchstens 40 Zentimeter, bevor sie gefangen werden.

Schollen sind nachts im flachen Wasser auf Beutejagd, während sie sich tagsüber zum Schutz im Sand vergraben. Männliche Schollen werden im Alter von drei bis vier Jahren geschlechtsreif, die Weibchen erst mit sechs bis neun Jahren. Sie laichen im Winter, die Weibchen entlassen dabei bis zu 500.000 Eier von etwa zwei Millimeter Größe. Innerhalb eines Monats schlüpfen die sechs Millimeter großen Larven, die zunächst wie ganz normale Fische aussehen und leben. Erst wenn sie etwa zehn Millimeter groß sind, beginnt ihre Metamorphose zum Plattfisch: Das linke Auge wandert über die obere Körperhälfte nach rechts und die Jungfische beginnen, mit ihrer linken Körperseite zum Boden zeigend über den Meeresgrund zu schwimmen.

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