WWF Artenlexikon

Katzen (Felidae)

Lebensraum Katzen findet man in allen Höhenlagen von Meeresniveau bis auf 6000 Meter Höhe und in allen Lebensräumen von Wüsten bis tropische Regenwälder.
Geografische Verbreitung Sie kommen auf allen Kontinenten außer Australien und der Antarktis vor.
Gefährdungsstatus Die Felidae gehören heute zu den am stärksten bedrohten Tiergruppen. Von den 36 Arten, die auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN erfasst sind, sind die Bestände von 30 Arten als "zurückgehend" beschrieben. Siebzehn Arten sind "gefährdet" bis "vom Aussterben" bedroht.
Bestandsgröße keine Angaben für gesamte Großkatzen und Kleinkatzen
Löwen. © naturepl.com / Anup Shah / WWF
Löwen. © naturepl.com / Anup Shah / WWF

Die eleganten Jäger

Katzen gelten allgemein als eine morphologisch sehr einheitliche Familie der Carnivoren. Das liegt an dem relativ jungen entwicklungs-geschichtlichen Alter der Gruppe, der alle heute lebenden Katzen angehören. So ähnlich sie sich in ihrem Körperbau sind, so variabel ist ihre Größe. Die kleinste Katze ist die Schwarzfußkatze (Felis nigripes) mit maximal 2 bis 3 Kilogramm Körpergewicht, die größte der Tiger mit bis zu 300 Kilogramm. Zum Vergleich: Eine Hauskatze wiegt im Durchschnitt etwa 4 Kilogramm.

Die meisten Katzen sind nachtaktiv und deswegen auch schwierig zu beobachten und zu untersuchen. Katzen sind größtenteils Einzelgänger und haben große Territorien.

Von allen Säugetieren sind die Katzen die strengsten Fleischfresser. Ihrer unterschiedlichen Größe entsprechend variiert auch das Beutetierspektrum je nach Art. Großkatzen wie Löwen und Tiger jagen große Säugetiere, die meist halb so groß sind wie sie selber, mitunter aber auch durchaus größer.

Die Kleinkatzen sind hauptsächlich auf kleine Säuger spezialisiert, verschmähen aber auch keine Vögel, Reptilien, Amphibien oder Insekten (was man auch bei Hauskatzen beobachten kann).

Manche Katzen wie Löwen oder Luchse können auch in Gruppen jagen. Dies erhöht deutlich ihren Jagderfolg, bei Löwen zum Beispiel von 17 auf 30 Prozent. Und es ermöglicht ihnen, Beutetiere zu erlegen, die für eine einzelne Katze nicht zu überwältigen sind.

Als Räuber brauchen wildlebende Katzen recht große zusammenhängende Lebensräume und genügend Beutetiere. Mit dem rasanten menschlichen Bevölkerungswachstum der letzten Jahrzehnte haben sich der Lebensraum und die Beutetierbestände vieler Katzenarten drastisch verringert.

Durch die Ausweisung von Schutzgebieten und die Einrichtung von Korridoren wird sichergestellt, dass die Tiere genügend Lebensraum behalten und die einzelnen Populationen miteinander verbunden bleiben können. So arbeitet der WWF Deutschland zum Beispiel dafür, dem Luchs die Rückkehr in die Alpen zu vereinfachen, Jaguare und Ozelots in Amazonien zu erhalten, die letzten Populationen des Amur- und Kaukasus-Leoparden zu schützen oder die großen Beutetierherden von Löwen und Geparden in Afrika zu sichern.

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