WWF Artenlexikon

Haie (Selachii)

Lebensraum Meistens tropische Gewässer, aber es gibt auch Kältespezialisten. Verbreitung von Küstengewässern bis in die Tiefsee.
Geografische Verbreitung   Alle Weltmeere.
Gefährdungsstatus IUCN: „Vom Aussterben bedroht“ (Dornhai, Heringshai, mehrere Engelhaiarten), „stark gefährdet“ (Riesenhai) oder „gefährdet“ (Makrelenhai, Blauhai, Hammerhai). CITES: Riesenhai, Weißer Hai und Walhai auf Anhang II.
Bestandsgröße Bestandszahlen sind aufgrund mangelnder Datengrundlage nicht bekannt. Trend: abnehmend.
Hamerhai. © naturepl.com, Doug Perrine / WWF
Hamerhai. © naturepl.com, Doug Perrine / WWF

Keine Kuscheltiere – trotzdem schutzbedürftig!

Haie sind so vielfältig wie ihr Lebensraum. Von tropischen Küstengewässern bis in die Tiefsee haben sie sich in den 400 Millionen Jahren, die sie auf diesem Planeten verbracht haben, in fast jeder erdenklichen Nische des Lebensraumes Meer heimisch gemacht.

Die meisten Haie sind Raubfische: Viele von ihnen stehen an der Spitze der Nahrungskette und haben keine natürlichen Feinde (bis auf den Menschen natürlich). Die größten Haiarten jedoch –Walhai, Riesenhai und Riesenmaulhai – sind harmlose Filtrierer, die sich von Plankton ernähren und keinem Fisch etwas zuleide tun. Der völlig harmlose, Plankton fressende Walhai zum Beispiel wird furchteinflößende zwölf Meter lang und ist der größte Fisch überhaupt. Es gibt aber auch Mini-Haie wie den Zwerghai aus der Tiefsee, der mit etwas 20 Zentimetern Länge schon ausgewachsen ist.

Haie werden spät geschlechtsreif und produzieren wenige Nachkommen. Das macht sie anfällig für Bestandsdezimierungen durch Raubbau, wie sie bei einigen Arten in den letzten Jahrzehnten erfolgt sind. Ihr Fleisch und vor allem ihre Flossen gelten vor allem in vielen Ländern Asiens als Delikatesse und sind heiß begehrt. Durch den wachsenden Wohlstand in vielen Ländern können sich mittlerweile immer mehr Menschen diesen Luxus leisten. So werden immer mehr Haie gefangen, als natürlich nachwachsen können.

Haie sind von der industriellen Fischerei aber auch dann bedroht, wenn sie nicht direkt gefischt werden. Sie landen unbeabsichtigt in den Netzen als so genannter „Beifang“. Beifang ist die Hauptursache für das Verschwinden von 89 Prozent aller Hammerhaie und 80 Prozent der Weißen Haie aus dem Nordostatlantik. Insgesamt kommen Jahr für Jahr mehrere Millionen Haie und Rochen durch die Langleinenfischerei ums Leben.

Der WWF Deutschland engagiert sich für den Schutz der Haie im Rahmen seiner Kampagne gegen Beifang. Auch für die Listung bestimmter Haiarten auf den Anhängen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES setzt sich die Umweltstiftung ein.

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