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Stand: 06.08.2018

WeltkatzentagAufpassen auf den Luchs

Am 8. August ist Weltkatzentag. Ursprünglich wurde dieser Gedenktag ausgerufen, um auf Missstände aufmerksam zu machen, unter denen Katzen leben und gehalten werden. Heutzutage wird er von Katzenfreunden aber auch dazu genutzt, ihre Katzenliebe mit anderen zu feiern. Tier- und Artenschutz bei Katzen - egal ob es sich nun um Hauskatzen, Kleinkatzen oder auch Großkatzen handelt - ist ein wichtiges Thema. In diesem Jahr wollen wir besonderes Augenmerk auf die pinselohrigen Katzen legen: die Luchse. Deutschland soll wieder Luchsland werden.

Status und Gefährdung

Wie steht es nun um den Bestand des Luchses selbst? Kritisch! Weil für eine stabile Population die unter populationsbiologischen Kriterien wichtige Mindestgröße von rund 1.000 erwachsenen Tieren in Deutschland bisher unerreicht geblieben ist und weil andererseits die einzelnen Vorkommen kaum miteinander in Verbindung stehen. Obwohl es in Deutschland eine leicht positive Entwicklung gibt und Luchse im Vergleich zu früher an Akzeptanz gewonnen haben, bleibt die Situation kritisch. Trotz des strengen Schutzes werden immer wieder Luchse illegal getötet. Lebensraumzerstörung und Zerschneidung durch Verkehrswege erschweren ein weiteres Ausbreiten.

Schutz der Pinselohren

Auch heute noch gilt der Luchs laut Roter Liste hierzulande als stark gefährdet. Er ist in den Anhängen II und IV der europäischen Fauna-Flora-Habitatrichtlinie gelistet, somit hat Deutschland die Verpflichtung zum strengen Schutz des Luchses und zur Ausweisung von Schutzgebieten. Darüber hinaus benennt die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt das Ziel, den Luchs bis 2020 in den Mittelgebirgen und bayerischen Alpen wieder heimisch zu machen – davon sind wir momentan noch weit entfernt. Große Beutegreifer wie der Luchs sind als Jäger (Prädatoren) von Pflanzenfressern (Herbivoren) ein wichtiger Bestandteil unserer biologischen Vielfalt. Mit ihrer Rückkehr vervollständigt sich unsere Natur wieder ein Stück. Insofern geht der Schutz des großen Beutegreifers Luchs über den Schutz einer einzelnen Art hinaus. In ihr drückt sich nicht minder der Auftrag des internationalen Übereinkommens der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt aus, das Ökosysteme und ihre ökologischen Funktionen und Prozesse zu erhalten versucht.

Aktionsplan Luchs von BUND und WWF

Anlässlich des Weltkatzentags am 8. August haben die Naturschutzorganisation BUND und WWF einen gemeinsamen „Aktionsplan Luchs“ vorgestellt. Laut WWF und BUND sind zersplitterte Lebensräume, etwa durch Autobahnen, Wilderei und mangelnde Akzeptanz bei Teilen der Bevölkerung die Hauptprobleme für den Luchs. Zudem seien ein grenzenloser Schutz und damit eine länderübergreifende Luchsstrategie notwendig, um den sich geringfügig erholenden Bestand in Europa dauerhaft zu stabilisieren. BUND und WWF fordern daher die Politik auf, folgende drängenden Problemfelder zügig umzusetzen:

Biotopverbund stärken
Bund und Länder müssen ihre Anstrengungen zur Umsetzung von Wiedervernetzung und Biotopverbund deutlich verstärken. Dafür müssen z. B. im Rahmen der Raumplanung wichtige Verbundachsen sowie bedeutsame Kernflächen des Biotopverbundsystems dauerhaft gesichert werden. Deutschland braucht mehr Querungshilfen für Wildtiere, z.B. in Form von Grünbrücken.

Wilderei verhindern
Die illegale Tötung streng geschützter Wildtiere wie der Luchse in Deutschland darf nicht länger den Status eines Kavaliersdeliktes haben. Taten müssen konsequent verfolgt werden und dürfen nicht als zweitrangige Randerscheinung im Alltag der Ermittlungsbehörden gelten. Noch immer gibt es bei der Strafverfolgung durch Polizei und Behörden unübersehbare Defizite.

Dem Luchs eine Stimme geben
Damit die Rückkehr der Luchse zum dauerhaften Erfolg wird, ist die Akzeptanz der Menschen so entscheidend wie das Nahrungsangebot. Runde Tische und Beteiligungsmöglichkeiten für die Menschen in den Luchsgebieten und die Bereitstellung sachlicher Information helfen dabei, ein realistisches Bild von der großen Katze zu gewinnen.

Transnationale Strategie
Luchse kennen keine Ländergrenzen. Deshalb bedarf es einer länderübergreifenden Strategie zum Schutz der Luchse in Mitteleuropas mit einem Fokus auf Populations- und Lebensraumvernetzung, genetische Vielfalt der Populationen sowie Wildereibekämpfung. Dafür muss Deutschland stärker mit seinen Nachbarländern zusammenarbeiten.

Bei der Bereitstellung sachlicher Informationen wollen WWF und BUND mit einem umfangreichen Handbuch unter dem Titel „Wie ein Luchs. Steckbrief eines heimlichen Waldbewohners“ vorangehen. Die 60-seitige Broschüre steht zum Download bereit oder kann unter der Telefonnummer 030 311777-700 oder über https://www.wwf.de/kontakt/ bestellt werden.

KONTAKT

Moritz Klose

Referent Wildtiere Deutschland und Europa

030 311 777 199

moritz.klose(at)wwf.de

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Mit einer Patenschaft ab 15 Euro pro Monat begleiten und unterstützen Sie uns dabei, dass der Luchs in Deutschland wieder eine sichere Heimat findet.

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